Lorenz GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Wilhelm Mauß

 

Können Sie kurz Ihr Unternehmen vorstellen und erläutern, was Sie als ethisches Unternehmen auszeichnet?

Wir entwickeln, produzieren, montieren und testen mechanische und elektronische Wasserzähler. All dies geschieht in unserem Werk in Schelklingen, d.h. dass wir nicht dem üblichen Trend gefolgt sind, die arbeitsintensiven Teile in Billiglohnländer zu verlagern. Im gleichen Sinne setzen wir anstelle von kostengünstigen Kunststoffgehäusen so weit wie möglich auf das bewährte Grundmaterial Messing in Verbindung mit der Aufbereitung von Altzählern - unser Recycling gebrauchter Teile spart Energie, schont die Umwelt und die Ressourcen und schafft ganz nebenbei und doch ganz entscheidend noch Arbeitsplätze. So wirken „Made in Germany" und die damit verbundenen Qualitätskriterien auch wunderbar ganzheitlich.

 

Wie sah Ihr persönlicher Kompetenzpfad aus? Welche Motivation haben Sie, dass Sie selbst nach moralischen Grundsätzen handeln und dies im Unternehmen vorleben?

Wir legen Wert auf ethisches Wirtschaften, weil tatsächlich verantwortliche Entscheidungen viel bewegen können und zu Unternehmen mit Charakter führen. Alle Beteiligten erleben Freude und ein entspanntes konstruktives Miteinander. Die Mitarbeiter, die Geschäftspartner und das Umfeld haben einen Anspruch auf gute Führung und ganzheitliche Konzepte, die jederzeit der Prüfung durch den gesunden Menschenverstand standhalten müssen.

 

Welche ethischen Grundsätze sind in Ihrem Unternehmen wichtig und werden befolgt?

Ein Unternehmen ist ein Teil der Gesellschaft. Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, die Eigentümer und das Umfeld dürfen erwarten, dass sich die Handlungen des Unternehmens nahtlos in das für die Gesellschaft gültige Wertesystem einordnen - neben einem guten Gewissen und einem wie selbstverständlich richtigen Verhalten aller Beteiligten erhält man als Belohnung dann ein „wertvolles" Unternehmen. Dieses Prinzip gilt es in allen Bereichen und allen Situationen umzusetzen, dies gelingt heute sicher nicht immer, jedoch in Zukunft hoffentlich immer häufiger.

 

Welche Erkenntnisse konnten Sie aus der Teilnahme an ETHICS IN BUSINESS und der daraus resultierenden Unternehmensanalyse durch Prof. Dr. Beschorner gewinnen? Haben sich dadurch neue Handlungsfelder für Ihr Unternehmen in der Zukunft ergeben?

Die hier relevanten Themen waren uns schon immer wichtig und wir fühlten uns auch ganz wohl, unsere Vorgehensweise war bislang jedoch eher intuitiv als systematisch geprägt. Vor diesem Hintergrund war es ideal einen objektiven Spiegel vorgehaltenen zu bekommen. Das Team um Prof. Dr. Beschorner von der Universität St. Gallen hat alle Aspekte der Wirtschaftsethik beeindruckend analysiert und strukturiert, so dass die im ausführlichen Benchmarkingbericht dargelegten Handlungsempfehlungen uns viele Chancen zur Verbesserung geben - allein hätten wir das nicht im Entferntesten geschafft.